Umschuldung und Anschlussfinanzierung

By | 22. Februar 2016

Während der Zeit der Kredittilgung kann sich der Finanzmarkt derart entwickeln, dass Kreditzinsen wesentlich günstiger werden. Davon profitiert der Kreditnehmer zunächst nicht, da er an die Zinsbindung gefesselt ist. Mitunter versuchen andere Banken, die Kunden mit günstigen Konditionen „abzuwerben“. Dem muss die Hausbank während der ersten zehn Jahre der Zinsbindung nicht zustimmen. Tut sie es doch, kommt es zu einer Umschuldung, künftig muss der Kreditnehmer bei seinem neuen Kreditinstitut niedrigere Zinsen zahlen. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch eine Ersparnis, da sich die alte Hausbank die entstandenen Zinsausfälle als so genannte Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen lässt. Hinzu kommen oft noch andere bankinterne Entgelte, so dass ein vorzeitiger Wechsel oft nicht lukrativ ist. Anders sieht es nach zehn Jahren aus. Auch wenn die Zinsbindung länger läuft, darf der Kunde ohne Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung eine Umschuldung vornehmen.

Für die Dauer der Zinsbindung muss sich der Kreditnehmer in der Regel nicht mit seinem Darlehen und aktuellen Marktkonditionen auseinandersetzen. Spätestens ein Jahr vor Ablauf sollte der Kreditnehmer sich jedoch Gedanken über die Anschlussfinanzierung machen. Im ungünstigsten Fall bleibt er ohne Reaktion bei seiner Hausbank – dann jedoch darf man davon ausgehen, dass die Zinsen über den marktüblichen Konditionen liegen. Das Einholen von Angeboten anderer Banken kann sich durchaus lohnen. Denn bereits ein um 0,2 Prozent niedrigerer Zins kann bei einem Restdarlehen über eine erneute Zinsbindung über zehn Jahre eine Ersparnis von mehr als 1.500 Euro ausmachen, bei 0,5 Prozent günstigeren Zinsen sind es schon mehr als 5.500 Euro. Mitunter will die aktuelle Hausbank einen Wechsel durch die Gebühren als unrentabel darstellen. Davon sollten sich Kreditnehmer nicht unsicher machen lassen. Meist reicht es, die Grundschuld an das neue Kreditinstitut abzutreten, das kostet bei der Darlehenssumme von 100.000 Euro weniger als 300 Euro.

Bei einem Wechsel der Bank nach Ende der Zinsbindungsfrist sollten Kreditnehmer unbedingt darauf achten, mit der aktuellen Tilgungsrate fortzufahren. Eine Anpassung der Rate würde eine Verlängerung der Tilgungsdauer bedeuten und den Kreditnehmer bares Geld kosten.

Es ist jedoch nicht unbedingt notwendig, die Bank zu wechseln. Oft genügt ein wenig Vorbereitung, um mit entsprechenden Angeboten der Konkurrenz die eigene Hausbank in Verhandlungen zu einer günstigen Anschlussfinanzierung zu bewegen.

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